12/29/2009

ID / PLASMA Projekt 13

Eine biometrische Theaterinstallation

Die Biometrie-Industrie ist ein boomender Wirtschaftszweig. Die technischen Geräte, die uns identifizieren, werden immer raffinierter. Gesichtserkennungssoftware, Fingerabdruck- und Iris-scanner erfassen die Merkmale, die unseren Körper einzigartig machen und lagern die erfassten Daten in Systemen, auf die wir selbst keinen Zugriff haben. Mein Geburtsdatum, meine Adresse, meine Versicherungsnummer, meine persönlichen Identifikationsnummern und andere Daten, die beglaubigen sollen, dass ich der bin, der ich bin, werden täglich erfasst und ausgewertet. Es gibt Datenbanken, die Auskunft geben über mein Kaufverhalten, meinen Aufenthaltsort und die Menschen, die ich kontaktiere. Bewusst und unbewusst hinterlassen wir permanent Datenspuren und werden identifiziert. Dieser Vorgang und die Frage danach, was da erfasst wird – was das also ist: Identität, sind der Ausgangspunkt von ID, dem neuesten Theaterprojekt von PLASMA.
Die Zürcher Gruppe um den Regisseur Lukas Bangerter konstruiert ein interaktives Theatersystem und schleust die Besucher durch ein Verfahren zur Feststellung der Identität. Die dabei erhobenen Daten werden vor den Augen der Betrachter zu einem Retortendrama verdichtet, einem dreidimensionales Konzert, einer szenischen Skulptur. Und während das Bühnenbild dem Publikum über den Kopf wächst und zu einer Fahrt durch die Datengeisterbahn einlädt, ist uns, als schwebten wir durch das Registriersystem der Himmelspforte.
Ohne jeden Mitspielzwang führt PLASMA sein Publikum ins Zentrum des grossen Servers, öffnet das „Buch des Lebens“ indem alle Daten lagern, die Auskunft geben über uns und veranstaltet einen verwaltungstechnischen Dance Macabre, der sich um die Frage dreht, warum ich denke, dass ich ein Anderer bin als die Anderen und ob ich, wenn ich meine Identitätskarte verloren hätte, meinen Zugangscode vergessen und mich weder an meine Adresse, noch an meinen Namen erinnern könnte – immer noch Ich wäre oder ein Anderer.
REGIE / BÜHNE / TEXT: Lukas Bangerter SCHAUSPIELER: Helene Hoem Lilian Fritz Wowo Habdank Jorgos Margaritis Jesko Stubbe MUSIK: Jan Ratschko Martin Wigger DRAMATURGIE: Sarah Ross KOSTÜM / AUSSTATTUNG: Petra Kenneth LICHT / TECHNIK: Patrik Rimann



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12/12/2009

WALK DON’T WALK / PLASMA Projekt 11

 

Für WALK DON’T WALK überschwemmt Lukas Bangerter das Theater mit einem Häusermeer. Er baut eine bühnenübergreifende Stadtwelt, schickt seine Schauspieler und Musiker in ein Labyrinth aus Strassenschluchten und lädt die Zuschauer ein zu einem nächtlichen Rundflug über Global City.

Uraufführung am 23. Mai 2007 Im Theaterhaus Gessnerallee Zürich

Eine Koproduktion von PLASMA mit dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern.

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Hagar Admoni-Schipper Wowo Habdank Janet Haufler Helene Hoem Norbert Klassen Jorgos Margaritis Andreas Spaniol Jesko Stubbe Musik: Jan Ratschko Martin Wigger Assistenz: Carla Kiefer Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Licht / Technik: Patrik Rimann Spezialeffekte: Walter Kenneth Produktion: Wolfram Heberle Walter Delazer

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Burgergemeinde Bern, Ernst Göhner Stiftung, Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung, Fondation Nestlé pour l’art, Hamasil-Stiftung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Migros Kulturprozent, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Schweizerische Interpretenstiftung, Sophie und Karl Binding Stiftung

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Regie/Bühne/Text Lukas Bangerter

»Jetzt stehen da Schreibtische und Personalcomputer, wo vorher vielleicht ein paar Mal im Jahr ein Reiher seine Kreise gezogen hat. Jetzt werden da Telefonate entgegengenommen und Transaktionen getätigt, aber davor war hier nichts.«

Ausgangspunkt des Projekts ist das System Stadt. Die rapide Verstädterung der Menschheit gilt als einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts: im Jahr 2007 wird – nach einem Bericht der Vereinten Nationen – zum ersten Mal in der Geschichte die Mehrzahl der Menschen in Städten wohnen. PLASMA wirft einen poetischen Blick auf dieses Phänomen und denkt den Trend ins Extrem: Die Ränder der Megacities sind ineinander gewachsen. Global City. Die Welt ist eine Stadt. Für diese Produktion wurde das PLASMA-Ensemble massiv vergrössert. So stossen mit der Israelin Hagar Admoni-Schipper und der Dänin Helene Hoem zwei versierte Schauspielerinnen zum bisherigen Ensemble. Mit von der Partie sind auch wieder die Berner Schauspielerin Janet Haufler, welche schon mit ihrem Auftritt in RANDOM (PLASMA-Projekt 9) vom Publikum gefeiert wurde, und – ebenfalls aus Bern – der Performance-Künstler Norbert Klassen.

So wie die Signale »Walk« und »Don’t Walk« den New Yorker Fussgängerstrom strukturieren, strukturiert die Musik des Multiinstrumentalisten Jan Ratschko und des Laptopmusikers Martin Wigger dieses PLASMA-Stück.

Für »WALK DON’T WALK« überschwemmt Lukas Bangerter das Theater mit einem Häusermeer. Er baut eine bühnenübergreifende Stadtwelt, schickt seine Schauspieler und Musiker in ein Labyrinth aus Strassenschluchten und lädt die Zuschauer ein zu einem nächtlichen Rundflug über Metropolis, die Mutter aller Städte. Wie Ameisenforscher betrachten wir das System zuerst von aussen, um dann allmählich von ihm aufgesogen und absorbiert zu werden.

PLASMA interpretiert die Stadt als soziale Skulptur, als ein kollektives Gedächtnis, welches Ausdruck der Bedürfnisse und Sehnsüchte der Menschen ist, die dieses Gebilde geplant, gebaut und bewohnt haben. Wie das Gehirn des Menschen ist auch die Stadt, die er bewohnt, plastisch, sie verändert sich permanent, sie erinnert und vergisst. Sowohl das Gehirn als auch die Stadt sind hochkomplexe Systeme und das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der im Wesentlichen auf Prinzipien der Selbstorganisation beruht. Beide sind dezentral organisiert und bestehen aus einer Vielzahl eng miteinander verknüpfter Komponenten, die in hoch dynamischer Weise miteinander interagieren. Wir haben unsere Umwelt so strukturiert, wie unsere Innenwelt strukturiert ist. PLASMA zeigt die Stadt als Abbild ihrer Erbauer, als Stein gewordener Ausdruck der Beziehungen ihrer Bewohner.

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12/10/2009

OBDUKTION / PLASMA Projekt 10

Vom sicheren Weg das Glück zu finden

Das Universum von PLASMA – voller Zeitschlaufen und Wirklichkeitsverschiebungen – widmet sich in OBDUKTION der Figur und den Gedanken Heinrich von Kleists. Kleists Verzweifeln daran, dass wir nicht wissen können, ob die Welt, die wir beschreiben, wirklich so ist, wie wir sie sehen und der stolpernde und überbordende Versuch, sie dennoch in Worte zu fassen, sind perfektes Spielmaterial für die Tragikomiker, die das PLASMA-Universum bevölkern.

Mit Texten von Heinrich von Kleist

RADIALSYSTEM, Berlin, 31. Juli 2009

Regie / Bühne: Lukas Bangerter Schauspieler: Wowo Habdank Jorgos Margaritis Andreas Spaniol Jesko Stubbe Mirjam Zbinden Musik: Jan Ratschko Martin Wigger Video: Bernhard Kaeser Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Dramaturgie: Sarah Ross Licht / Technik: Patrik Rimann Spezialeffekte: Walter Kenneth Produktion: Wolfram Heberle GO-Theaterproduktionen Walter Delazer

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Alfred und Ilse Stammer-Mayer Stiftung, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Burgergemeinde Bern, Ernst Göhner Stiftung, Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung, Fondation Nestlé pour l’art, Hamasil-Stiftung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Migros Kulturprozent, René und Susanne Braginsky Stiftung, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Sophie und Karl Binding Stiftung, Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr

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»Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es nur so scheint.«

Das Universum von PLASMA - voller Zeitschlaufen und Wirklichkeitsverschiebungen - widmet sich in OBDUKTION der Figur und den Gedanken Heinrich von Kleists.

Kleists Verzweifeln daran, dass wir nicht wissen können, ob die Welt, die wir beschreiben, wirklich so ist, wie wir sie sehen und der stolpernde und überbordende Versuch, sie dennoch in Worte zu fassen, sind perfektes Spielmaterial für die Tragikomiker, die das PLASMA-Universum bevölkern.

Diese verkörpern auf der Bühne nicht die Figur Kleist, aber sie lassen sich von der Spannung zwischen hypertonischem Über-Ich und Realität szenisch vorantreiben. Die überhöhten Ansprüche, die Kleist an sich und Andere stellt, und die ein Scheitern geradezu implizieren, werden auf der Bühne zu tragikomischen Verkettungen.

In einem Raum, der ein szenisches Denkorgan sein könnte, oder eine raumfüllende Schreibmaschine, beginnt eine Partitur aus Handlungen, Bildern, Tönen und Sätzen. Aus der konzertanten Lesung mit uniformen Sprechern wird ein komplexes szenisches Geschehen mit emanzipierten Figuren. PLASMA zeigt Kleists Schreiben als Versuch, das Unbekannte dingfest zu machen und so Halt zu finden in einer verwirrenden Welt.

In der Verschmelzung von Installation und Darstellern entsteht das szenische Portrait eines sensiblen, empfindsamen Wesens, das die grössten Schwierigkeiten hat, seinen Gefühlen unmittelbaren Ausdruck zu verleihen. Fast schon beschwörend klammert sich Kleist an die Vernunft, konstruiert Lebensentwürfe und versucht, das Glück mittels seines Intellekts zu zwingen. Doch nichts bietet wirklich einen Halt, keine Idee vom Leben hat wirklich Bestand.

OBDUKTION ist eine Koproduktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern. Am Projekt sind 5 Schauspielerinnen, 2 Musiker und 3 Techniker beteiligt.

 

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12/09/2009

RANDOM / PLASMA Projekt 9

Theater zur Frage, warum etwas ist und nicht nichts

»...Allein die Tatsache, dass es die Welt gibt, liegt außerhalb des Wahrscheinlichen. Es liegt außerhalb des Wahrscheinlichen, dass es Mücken, Menschen, Autos und Theateraufführungen gibt. Nur eine winzige Verschiebung der Temperatur während der Evolution des Kosmos - und wir wären nicht da, das Leben auf der Erde wäre nie entstanden…« Nachdem sich PLASMA im Projekt 8 TIP OF THE TONGUE mit dem deterministischen Weltbild der modernen Hirnforschung auseinandergesetzt hat, überprüft die Gruppe mit dieser Produktion das Phänomen Zufall, als letzte Chance, dieser Vorbestimmtheit zu entrinnen.

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Wowo Habdank Janet Haufler Jorgos Margaritis Andreas Spaniol Jesko Stubbe Musik: Jan Ratschko Martin Wigger Dramaturgie: Sarah Ross Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Spezialeffekte: Walter Kenneth Licht / Technik: Patrik Rimann Produktion: Wolfram Heberle GO-Theaterproduktionen Walter Delazer

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Familien-Vontobel-Stiftung, Fondation Nestlé pour l’art, Hamasil-Stiftung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Migros Kulturprozent, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Sophie und Karl Binding Stiftung, Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr

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Lustvoll und kompromisslos wirft sich das Ensemble um Regisseur Lukas Bangerter in die Arme der Vorbestimmung um sich dieser dann wieder zu entziehen - immer schwankend zwischen ironischer Distanz und melancholischer Sehnsucht.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unsere Biographien in einem erstaunlich hohen Ausmass von einem Phänomen bestimmt werden, auf das wir keinerlei Einfluss haben: dem Zufall. Dieses Phänomen - die Tatsache also, dass wir trotz aller Versuche, die Welt und uns exakt zu beschreiben, immer wieder gezwungen sind Unschärfen hinzunehmen, ist Gegenstand des neuesten Projektes von PLASMA.

Wie DELIRIUM wird auch RANDOM wieder von der Reibungsenergie gespeist, die zwischen Martin Wiggerrs digitalen Tönen und der analogen Musik von Jan Ratschko entsteht.

RANDOM ist eine Koproduktion mit dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern.

 

 

 

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12/08/2009

TIP OF THE TONGUE / PLASMA Projekt 8

Theater zur Frage, ob man das Hirn mit dem Hirn verstehen kann

Das Tip-of-the-tongue-Phänomen (TOT) beschreibt den Zustand, in dem sich eine Person befindet, die genau weiss, dass sie das Wort kennt, das sie aussprechen möchte, dieses Wort aber gegenwärtig nicht finden bzw. aktivieren kann. Dieser Zustand temporärer Sprachlosigkeit ist für Neurophysiologen von großem Interesse, da in der Zeitspanne zwischen dem Stocken des Satzes und dem Finden der entsprechenden Vokabel Daten über die Organisation unseres Gehirns gewonnen werden können.

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Jesko Stubbe Wowo Habdank Jorgos Margaritis Andreas Spaniol Musik / Komposition: Martin Wigger Licht / Technik: Matthias Keller Produktion: Wolfram Heberle Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Assistenz: Christoph Rahm

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Dieses Projekt reflektiert (neuro-) wissenschaftliche Weltbilder mit den Mitteln des Theaters. Ausgehend von dem im Herbst 2004 erschienen Manifest renommierter Neurowissenschaftler, welches Auskunft über den Stand und die zukünftigen Möglichkeiten der Hirnforschung gibt, beschäftigt sich PLASMA mit der Frage, wie unser Gehirn mit den Mitteln des Gehirns beschrieben werden kann. Dieser tragikomische Versuch, das Unbeschreibbare zu beschreiben, ist Gegenstand des Projekts TIP OF THE TONGUE.

PLASMA macht dabei den Bühnenraum zur Dunkelkammer des Gehirns und verdichtet ein neuronales Netz aus Tönen, Worten, Aktionen und Bildern zu einer multimedialen Bühneninstallation. Dabei werden die Laboranten zu Versuchstieren, verheddern sich in Déjà-vus, stolpern über Gedächtnislücken, werden geschüttelt von Assoziations-kaskaden, erinnern zwanghaft und vergessen, wozu sie hier sind. Seit Jahrhunderten versucht der Mensch sein Denkorgan zu verstehen und kartographiert die graue Substanz. Funktionen, die wir bis anhin einer immateriellen Seele zugeschrieben haben, scheinen plötzlich anatomisch beschreibbar. Aber so wie Gagarin – der erste Mensch im All - feststellte, dass er Gott bei seinem Raumflug nicht gesehen hat, müssen wir nach dem Öffnen der Schädeldecke feststellen, dass wir das Ich bislang nicht sehen können. Das Projekt TIP OF THE TONGUE entstand in Zusammenarbeit mit dem Festival Science et Cité + BrainFair 2005 und wurde unter anderem in In Düsseldorf, Bern und Teheran gezeigt.

„Dann werden alle unsere Fragen beantwortet sein. In einer Sprache, die wir jetzt noch nicht verstehen. In einer ganz neuen Sprache. Jeder Zweifel ausgeräumt. Restlos, radikal, definitiv. Ein neues Menschenbild. Die Trennung von Körper und Geist überwunden. Dann werden wir uns aus uns selbst erkennen. Das ist die Stunde Null, der Urknall, das jüngste Gericht, die Rückeroberung des Garten Eden, der Himmel auf Erden, das Paradies! Wir werden im intrazellulären Signalcode lesen wie in einem Buch! Wir werden den Bauplan kennen, das Prinzip. Fakten. Nur noch Anatomie. Harte Fakten. Anatomie! Dann werden wir wissen. Dann werden wir endlich wissen was wir-Dann werden wir endlich wissen wer wir - Dann werden wir das verstehen.“

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MACBETH / PLASMA Projekt 7

In MACBETH wendet PLASMA die Techniken welche die Gruppe beim Konstruieren komplexer Erzählmaschinen und Bühneninstallationen entwickelt hat auf einen Klassiker der dramatischen Literatur an. Ein Remix nach Shakespeare.

 

In der Übersetzung von Thomas Brasch

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Ane Skumsvoll Andreas Spaniol Jesko Stubbe Jorgos Margaritis Wowo Habdank Musik / Komposition: Martin Wigger Video: Bernhard Kaeser Licht / Technik: Patrik Rimann Produktion: Wolfram Heberle Assistenz: Julia Kastner Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Spezialeffekte: Walter Kenneth

Eine Koproduktion von Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Schlachthaus Theater Bern und PLASMA

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Alexander Stiftung, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Familien-Vontobel-Stiftung, Hamasil-Stiftung, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Sophie und Karl Binding Stiftung

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In MACBETH stürzt sich die Gruppe PLASMA auf einen Klassiker der dramatischen Literatur und wendet auf ihn jene Techniken an, die sie in den letzten Jahren beim Generieren komplexer Erzählmaschinen und Bühneninstallationen entwickelt hat. Was dabei herauskommt, ist nicht primär die x-te Interpretation von Shakespeares Stück, sondern ein subjektiver Remix der Tragödie. Nackte Sprache, harte Beats und Ambient kollidieren im szenischen Teilchenbeschleuniger mit elisabethanischer Spiellust, hysterischen Gefühlspiralen, psychopathologischen Entgleisungen und handfester Melancholie.

PLASMA skelettiert, loopt, sampelt, atomisiert und dekonstruiert den Urtext und erzählt so die Geschichte einer fixen Idee, die sich in einer verhängnisvollen Spirale zur totalen Katastrophe auswächst. Ausgehend von einer Arbeitssituation zwischen Tonstudio, Textwerkstatt und Bankettssaal verdichtet sich die Szene zu einer klaustrophobischen Hirnkammer, der Arena eines Alptraums.

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DELIRIUM / PLASMA Projekt 6

PLASMA stößt mit DELIRIUM in Regionen jenseits des Wachzustands vor und bereist den Kontinent zwischen letzter Bestellung und Abschließen der Türe. Ein Großstadtrausch zwischen Stillstand und Beschleunigung. PLASMA-Projekte sind bekannt für ihre Enden. Dieses Projekt hat keinen Anfang mehr, es hört nur auf.

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Lilian Fritz Wowo Habdank Jorgos Margaritis Andreas Spaniol Jesko Stubbe Regina Welz Mirjam Zbinden Musik: Jan Ratschko Martin Wigger Licht / Technik: Patrik Rimann Matthias Keller Kostüm / Ausstattung: Petra Kenneth Assistenz: Julia Kastner Produktion: Wolfram Heberle GO-Theaterproduktionen Walter Delazer

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Alexander Stiftung, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Familien-Vontobel-Stiftung, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Stanley Thomas Johnson Stiftung

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„Und der Zeitpunkt unseres Ablebens bewegt sich unaufhaltsam Richtung Jetzt. Das können wir nicht anhalten. Da kommen wir nicht gegen an. Die ist weg, die Zeit. Die Zeit ist weg. Wir verenden permanent...“

DELIRIUM ist eine Theatermaschine zwischen digitalem Datenstrom und handfester Melancholie. Sie wird behaust von Nachtgestalten, die aus dem Zeitstrom katapultiert wurden und nun am Ufer sitzen und zusehen, wie ihre Biographien vorbeifliessen. Dieses Projekt ist inspiriert vom finnischen Winter, den die Gruppe während eines Gastspiels in Helsinki erlebt hat. In einer endlosen Nacht beginnt sich die Wahrnehmung zu verschieben und die Grenzen zwischen Phantasiertem, Erinnertem und real Erlebtem lösen sich zunehmend auf. PLASMA erforscht mit diesem Projekt die Regionen jenseits des Wachzustands, den Kontinent zwischen letzter Bestellung und Abschliessen der Türe. Das ist der Ort, wo wir sind, wenn wir – nachdem wir einiges getrunken haben – still in einer Bar-Ecke sitzen und zusehen, wie sich der Raum krümmt, während wir auf ein Taxi warten oder auf den nächsten Drink. In DELIRIUM treffen die Texte von Lukas Bangerter auf wissenschaftliche Abhandlungen. Ein Kontrast, der sich auch auf klanglicher Ebene in der Kombination der Hammondorgel von Jan Ratschko und dem elektronischen Sound von Martin Wigger widerspiegelt. DELIRIUM entstand in Koproduktion mit dem Theater Hebbel am Ufer Berlin, dem Schlachthaus Theater Bern und dem Fabriktheater Zürich wurde in fünf Sprachen übersetzt und wurde unter anderem an den Wiener Festwochen, beim Festival IMPULSE, bei SPIELART in München und an Festivals in Krakau, Neu Delhi, Mumbai, Seoul, Paris, Nyon und Helsinki gezeigt.

„Oder einfach ein Kometeneinschlag,ein plötzlicher, wenn’s keiner erwartet. Zack und die Welt ist weg, und dann fängt das an einem neuen Ort wieder an, in einer anderen Galaxie, dann löst ein neuer Zufall ein neues Leben aus, ein besseres vielleicht. - Einfach zurück in die Ursuppe. Wieder eine Amöbe sein, ein Einzeller, oder eins von diesen Wimpertierchen, ein Protozoon im Kambrium. Sich an den nächstbesten Körper heranwerfen, zwischen zwei Brüsten wohnen, und wieder dahin zurück wo wir hergekommen sind - endlich dahin zurück.“

 

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BLUE MOON / PLASMA Projekt 5

Ein Experiment zum Nachweis der Seele

In einem kafkaesken Traumbild, einem kollektiven Déjà-vu, zeigt PLASMA einen internationalen Kongress, dem sein Thema abhanden gekommen ist. Die Diskutanten und ihre Sprachgehilfen werden überflutet vom Datenstrom, den sie erzeugen. Was bleibt, ist ein babylonischer Blues.

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Eine Koproduktion mit transeuropa 2003 und dem Schlachthaus Theater Bern

Regie / Bühne / Text: Lukas Bangerter Schauspieler: Wowo Habdank Jorgos Margaritis Irene Rovan Lara Körte Ane Skumsvoll Andreas Spaniol Jesko Stubbe Mirjam Zbinden Musik / Komposition: Martin von Allmen Martin Wigger Assistenz: Johanna von der Waydbrink Licht / Technik: Matthias Keller Produktion: GO-Theaterproduktionen Wolfram Heberle Walter Delazer

Mit freundlicher Unterstützung von: Abteilung Kulturelles der Stadt Bern, Amt für Kultur des Kantons Bern / SWISSLOS, Burgergemeinde Bern, Fondation Nestlé pour l’art, HGKZ, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Stiftung der Schweizerischen Landesausstellung 1939 Zürich für Kunst und Forschung

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»Und meine Kugel wird Ihre Dura Mater durchdringen und sie wird Sie dort aufsuchen, wo Sie sind, schwimmend in Liquor, irgendwo im limbischen System.«

»BLUE MOON, Ein Experiment zum Nachweis der Seele« entstand in Kooperation mit dem Festival transeuropa 2003 (Hildesheim) und zeigt eine Kommunikationszentrale, die sich verselbständigt hat, einen internationalen Kongress, dem sein Thema abhanden gekommen ist. Der Protagonist ist der Wille, sich zu verständigen, Gemeinsamkeiten festzustellen, Vorgehensweisen zu beschliessen, dem Dasein einen Sinn zu verleihen. Wir haben Einblick in ein perfekt funktionierendes Räderwerk, welches die Energie, die ihm zur Verfügung steht, restlos dazu braucht, sich selbst am Laufen zu halten.

Unsere Sehnsucht, uns verständlich zu machen, uns mit-zu-teilen, wird immer wieder enttäuscht, da die Mittel, die uns zur Verfügung stehen - vornehmlich die Sprache - unzulänglich sind. Die Prothesen, die wir uns geschaffen haben, um die Grenze zwischen Ich und Du zu überwinden, sind nur bedingt effektiv. Sie können zwar das Abbild unserer Körper und Stimmen nahezu frei in Zeit und Raum bewegen, aber schlussendlich bleiben wir doch in unserer Haut gefangen und sind uns selbst am nächsten. Sterben müssen wir allein. n einem kafkaesken Traumbild, einem kollektiven Déjà-vu, zeigt PLASMA Menschen beim tragikomischen Versuch mehr zu sein, als sie sind. Dabei werden die Diskutanten und ihre Sprachgehilfen überflutet vom Datenstrom, den sie erzeugen, je mehr sie versuchen sich verständlich zu machen, umso weniger werden sie verstanden. Was bleibt, ist ein babylonischer Blues.

»Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde. Nach seinem Bilde schuf er ihn. Und da steht er dann jetzt. Schuf ihn nach seinem Ebenbilde und hat ihn hingestellt. Hat ihn hineingestellt in die Welt. Und da steht er dann. Da steht er dann jetzt. Nackt steht er da. Und tut reden. Und tut einen Sinn suchen in der Welt. Und tut reden.«.

 

 

 

 

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